Medizinische Informationen:

Sinn und Zweck der Endoskopie (Spiegelung des Körperinneren):

Endoskopie ist der Oberbegriff für Untersuchungen des Körperinneren. Dazu gehören nicht nur Magen- und Darmspiegelungen, sondern beispielsweise auch Spiegelungen der Lungen (Bronchoskopie) oder der Bauchhöhle (Laparoskopie). Bei allen Endoskopien werden die Organe mit Hilfe von starren oder flexiblen Endoskopen von innen betrachtet und auf Auffälligkeiten hin untersucht.
Bei der Magenspiegelung wird das Endoskop durch die Mundhöhle und den Rachen eingeführt zwecks Untersuchung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm. Bei der Darmspiegelung wird das Endoskop durch den After eingeführt. Je nach Beschwerdebild werden dann der letzte oder mehrere Teile des Dickdarms oder auch der gesamte Dickdarm so wie ggf. der untere Teil des Dünndarms untersucht. Dabei können bei Bedarf schmerzlos Gewebeproben entnommen oder auch ganze Polypen komplett entfernt werden.
In unserer Praxis kommen die modernsten Endoskope mit HDTV-Auflösung zum Einsatz und bei bedarf mit virtueller Chromoendoskopie.

Vorbereitung und Ablauf der Endoskopie:

Die Magenspiegelung/Gastroskopie dauert ca. 5 Minuten, sie setzt lediglich voraus, dass in den letzten 6 Stunden keine Mahlzeit eingenommen werden darf.
Eine Darmspiegelung/Koloskopie kann unterschiedlich lange dauern, meistens ca. 20 Minuten. Je kürzer die Untersuchung der Schleimhaut dauert, desto größer ist das Risiko, dass unter Umständen ein wichtiger Befund übersehen wird.
Die Darmspiegelung/Koloskopie setzt eine gründliche Reinigung des Darmes voraus. Ist dies nicht gegeben, kann es vorkommen, dass die Untersuchung wegen schlechter Sicht abgebrochen werden muss. Aber auch dann, wenn die Spiegelung nicht gleich ganz abgebrochen werden muss, dauert sie bei unzureichend gereinigtem Darm in der Regel deutlich länger als sonst üblich. Natürlich kommt hinzu, dass bei schlechter Sicht auch ein krankhafter Befund nicht sichtbar sein kann.
Zur Vorbereitung der Darmspiegelung/Koloskopie stehen mehrere verschiedene Abführmittel zur Verfügung, die auf unterschiedliche Weise wirksam sind. Sie unterscheiden sich außerdem in der Menge Flüssigkeit, die getrunken werden muss, in der Zeitdauer, die die Abführmaßnahmen erfordern und im Geschmack.
Wir bemühen uns, für jeden Patienten das für ihn beste Abführmittel herauszufinden. Die Verträglichkeit hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, darunter das Alter, die sonstigen Trinkgewohnheiten, evtl. Vorerfahrungen des Patienten, seine Motivation für die Untersuchung sowie das Essverhalten in der der Darmspiegelung vorausgehenden Woche.


Quelle: proCompliance-Patientenaufklärungsbogen, Koloskopie ggf. mit Polypektomie, Mukosektomie, ID07Th, Abbildung 2,
Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Thieme Compliance GmbH, Erlangen. Nachdruck, auch auszugsweise, verboten

Atemteste:

Der Atemtest mit ¹³C-Harnstoff dient zur Überprüfung des Therapieerfolges nach einer antibiotischen Behandlung wegen des Magenkeims Helicobacter Pylori. Dieses Bakterium kann Magengeschwüre und Magenkrebs hervorrufen. Dieser Test sollte bei Erwachsenen nur durchgeführt werden, wenn zuvor durch eine Magenspiegelung festgestellt wurde, dass keine anders zu behandelnde Erkrankung des Magens vorliegt, wie z.B. eine Krebserkrankung.

Wasserstoff-Atemteste dienen zur Beurteilung verschiedener Funktionen des Dünndarms. Sie dauern 2-3 Stunden. Der Patient muss eine bestimmte Substanz in Wasser gelöst trinken (Milchzucker, Fruchtzucker, Traubenzucker) und anschließend meist jede halbe Stunde eine Atemprobe abgeben. Durch die Bestimmung der Wasserstoff-Konzentration in der Atemluft lassen sich Rückschlüsse auf den Stoffwechsel dieser Substanzen ziehen. So lassen sich insbesondere Unverträglichkeiten (Intoleranzen) für Milchzucker (Laktose) und Fruchtzucker (Fruktose), aber auch eine Fehlbesiedelung des Dünndarms mit Dickdarmbakterien nachweisen.
Alle Atemteste sind nur auswertbar, wenn im Rahmen der Vorbereitung bestimmte Verhaltens- und Diätmaßnahmen eingehalten werden.

Sonographie (Ultraschall):

Die Sonographie dient zur Beurteilung der nicht hohlen Oberbauchorgane Leber, Gallenblase, Gallengänge, Bauchspeicheldrüse, Nieren und Milz. Zusätzlich kann mit der Sonographie auch der Darm beurteilt werden, insbesondere lassen sich Entzündungen des Darms häufig gut mit Hilfe der Sonographie nachweisen. Andererseits sind selbst große Krebsgeschwüre in der Sonographie oft nicht erkennbar. Sie kann daher niemals eine Darmspiegelung ersetzen und wird zur Verlaufsbeurteilung bei chronischen Darmentzündungen eingesetzt.

Hämorrhoiden:

Zur Abklärung von Beschwerden am Enddarm und After muss eine Enddarmspiegelung durchgeführt werden, die eine Unterscheidung von Hämorrhoiden, Analfissuren, Fisteln und Abszessen sowie weiterer seltenerer Erkrankungen erlaubt. Sprechen die Befunde dafür, dass Hämorrhoiden als (Haupt-)Ursache der Beschwerden anzusehen sind, können wir sie im entsprechenden Stadium mittels einer Gummiband-Ligatur behandeln. Ein Teil der Patienten wird ggf. zur Weiterbehandlung an einen chirurgischen Kollegen weitergeleitet.

Sedierung (Spritze):

Je nach Wunsch des Patienten können die endoskopischen Untersuchungen (Magen- und Darmspiegelungen) auf verschiedene Weise durchgeführt werden.

Variante 1:
Vor Beginn der Untersuchung erhält der Patient eine Spritze mit einem beruhigenden und schmerzlindernden Medikament.

Variante 2:
Die Untersuchung wird ohne vorherige Spritze begonnen. Wenn die Untersuchung von dem Patienten nicht gut toleriert wird, bekommt er die Spritze nach Bedarf während der Spiegelung. Die Wirkung der Spritze setzt sehr schnell ein, so dass die Untersuchung dann nach wenigen Sekunden weitergeführt werden kann.
Verläuft die Untersuchung unkompliziert und wird sie vom Patienten gut toleriert, kann u .U. auf die Gabe einer Spritze verzichtet werden. Für den Patienten hat das den Vorteil, dass er bereits nach wenigen Minuten wieder fahrtauglich ist und dass er nach der Untersuchung nicht mehr zwei Stunden lang zur Nachbeobachtung in der Praxis bleiben muss. Die Gabe einer Spritze zieht dagegen eine 24-stündige Fahruntauglichkeit nach sich.

Hygiene:

Alle endoskopischen Untersuchungen sowie die Aufarbeitung der verwendeten Geräte werden gemäß den Richtlinien des Robert-Koch-Institutes mit größter Sorgfalt durchgeführt. Die Reinigung und Desinfektion der Endoskope erfolgen mit Hilfe von Peressigsäure in einem Endo-Thermo-Desinfektor nach einem vollautomatisch ausgeführten Programm, so daß Fehler durch menschliches Versagen weitestgehend ausgeschlossen sind.
Außerdem werden unsere Endoskope vorschriftsgemäß turnusmäßigen halbjährlichen mikrobiologischen Hygieneprüfungen unterzogen. Ein geringes bis mäßiges Wachstum einzelner ungefährlicher Keimarten ist im Rahmen dieser Prüfungen zulässig. Potentiell gefährliche Bakterien dürfen selbstverständlich dabei nicht nachgewiesen werden.
Durch die bei uns vollautomatisch durchgeführte Gerätedesinfektion wurde erreicht, dass es bei diesen Hygieneprüfungen bisher in keinem einzigen Fall überhaupt zu einem Keimwachstum an einem der Geräte gekommen ist.

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